Blog 3 Veloweg Lorenz
Im Rollenspiel zum Veloweg habe ich zum ersten Mal die Rolle des Mediators übernommen. Mein grösstes Aha-Erlebnis war die Erkenntnis, wie wichtig es ist, als Mediator aktiv einzugreifen, wenn die Diskussion zu konfrontativ wird. Ich hatte zunächst die Vorstellung, dass die Parteien ihre Anliegen weitgehend selbst austauschen sollten. Im Verlauf des Gesprächs wurde jedoch deutlich, dass eine Mediation schnell in eine Situation kippen kann, in der die Beteiligten nur noch gegeneinander argumentieren. In solchen Momenten ist es wichtig, die Dynamik bewusst zu steuern und die Situation zu entschärfen.
Ich denke, dass es mir gut gelungen ist, Provokationen aufzufangen und die Bildung von zwei verhärteten Fronten zu verhindern. Dabei haben mir insbesondere das Paraphrasieren von Aussagen und das aktive Strukturieren des Gesprächs geholfen. Wenn einzelne Parteien sehr emotional oder wütend wurden, habe ich ihren Redefluss unterbrochen, indem ich beispielsweise auf meine Notizen verwiesen und nachgefragt habe, ob ich einen Punkt richtig verstanden habe. Dadurch konnte ich das Tempo aus der Diskussion nehmen und die Aufmerksamkeit wieder auf den Inhalt lenken. Zudem ist es mir gelungen, zentrale Themen herauszukristallisieren und den Fokus der Diskussion auf diese Punkte zu richten. Für zukünftige Konfliktgespräche werde ich deshalb besonders darauf achten, mich gut auf mögliche Eskalationen vorzubereiten und geeignete Interventionen bereits im Voraus zu überlegen.
Eine Konfliktsituation, die ich selbst erlebt habe, betraf die Nutzung meiner Freizeit. Meine Freundin war der Ansicht, dass ich zu viel Zeit am Computer verbringe. Würde ich hierzu eine Mediation durchführen, würde ich mich vorbereiten, indem ich die Interessen beider Seiten analysiere. Mein Interesse wäre beispielsweise, genügend Zeit für meine Hobbys und Projekte zu haben. Das Interesse meiner Freundin könnte darin liegen, mehr gemeinsame Zeit zu verbringen und sich stärker berücksichtigt zu fühlen. In einer Mediation würde ich versuchen, diese Interessen sichtbar zu machen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, die beiden Seiten gerecht werden.
Mir hat besonders gefallen, wie bewusst du als Mediator mit emotionalen Situationen umgegangen bist. Dein Ansatz, durch Nachfragen und Zusammenfassen das Tempo aus der Diskussion zu nehmen, finde ich sehr hilfreich. Das zeigt, wie wichtig die aktive Steuerung des Gesprächs ist und dass Neutralität nicht bedeutet, einfach nur zuzuhören. Besonders spannend fand ich deine Erkenntnis, dass eine Mediation ohne gezielte Intervention schnell in eine konfrontative Diskussion abgleiten kann. Dieses Vorgehen und die vorausschauende Vorbereitung auf mögliche Eskalationen nehme ich als wertvolles Learning für zukünftige Mediationssituationen mit.
AntwortenLöschenHoi Lorenz
AntwortenLöschenIch fand spannend, dass sich dein Aha-Erlebnis auf die aktive Rolle des Mediators bezogen hat. Oft stellt man sich Mediation eher als zurückhaltende Tätigkeit vor, dein Beispiel zeigt aber gut, dass es manchmal wichtig ist, bewusst einzugreifen, damit die Diskussion nicht in einen Schlagabtausch abgleitet.
Besonders interessant fand ich auch die konkreten Methoden, die du eingesetzt hast, um die Situation zu beruhigen. Das Verweisen auf deine Notizen und das erneute Nachfragen wirken auf den ersten Blick sehr einfach, können aber offenbar viel dazu beitragen, Emotionen aus der Diskussion zu nehmen und den Fokus wieder auf die eigentlichen Themen zu lenken.
Dein Beitrag zeigt für mich gut, dass eine erfolgreiche Mediation nicht nur vom Zuhören lebt, sondern auch von einer aktiven und strukturierten Gesprächsführung.
Lieber Lorenz, vielen Dank für Deine Gedanken! Ich finde es auch spannend, wie Du ein einfaches Mittel - nachfragen oder Zusammenfassen - gezielt einsetzt, wenn die Emotionen hochgehen. Ich denke, das ist nicht so einfach, wie Du es hier beschreibst, da man im richtigen Moment eingreifen muss, ohne die eine Partei zu sehr vor den Kopf zu stossen.
AntwortenLöschenInteressant auch Dein Konflikt.....dazu könnte ich Dir aus Sicht Deiner Freundin auch noch Argumente liefern...;-) zB, gehört werden und nicht einfach als knappes Nicken als Antwort bekommen und dann von nichts wissen.....
Liebe Grüsse, Petra
Hallo Lorenzo
AntwortenLöschenVielen Dank für deinen interessanten Blog. Ich fand es spannend zu lesen, dass du als Mediator erkannt hast, wie wichtig es ist, aktiv in die Diskussion einzugreifen, wenn sie zu emotional oder konfrontativ wird. Besonders dein Beispiel mit dem Paraphrasieren und dem Verlangsamen der Diskussion durch Nachfragen fand ich sehr hilfreich.
Ich finde auch, dass es wichtig ist, als Mediator die wichtigsten Themen herauszufiltern und darauf zu achten, dass die Parteien einander zuhören. Dein persönliches Beispiel mit deiner Freundin zeigt zudem gut, wie man hinter den Positionen die eigentlichen Interessen erkennen kann.
Dein Blog hat mir geholfen, die Rolle des Mediators besser zu verstehen. Vielen Dank für deine Gedanken.
Liebe Grüsse, Tarek