Reflexion Rollenspiel Hasenwald vs. Kies
Das Rollenspiel zum Konflikt rund um den geplanten Kiesabbau im Hasenwald hat mir insgesamt gut gefallen, auch wenn es für mich teilweise herausfordernd war.
Besonders die Rolle als Mediatorin war für mich neu und zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Zu Beginn fand ich es spannend, beiden Seiten, der Stadt und den Grünen, zuzuhören und ihre Argumente möglichst objektiv wiederzugeben. Dabei wurde mir bewusst, wie wichtig aktives Zuhören ist, um die Perspektiven beider Parteien zu verstehen.
Mit zunehmender Dynamik der Diskussion fiel es mir jedoch schwerer, die Parteien dazu zu bringen, einander wirklich zu verstehen. Ich habe gemerkt, dass ich teilweise in die Rolle einer “Lösungsgeberin” gerutscht bin, indem ich Vorschläge gemacht habe, obwohl dies nicht der Aufgabe einer Mediatorin entspricht. Das hat mir gezeigt, wie anspruchsvoll es ist, neutral zu bleiben und den Prozess zu begleiten, ohne selbst einzugreifen.
Im zweiten Durchgang habe ich die Rolle der Stadt übernommen. Diese vertrat die Position, dass der Kiesabbau notwendig sei, um die lokale Bautätigkeit zu sichern, Transportwege zu reduzieren und finanzielle Einnahmen für die Gemeinde zu generieren. Gleichzeitig sollte argumentiert werden, dass die Waldinitiative der Grünen unnötig sei. Besonders herausfordernd war, dass ich diese Rolle unter Stress spielen musste, da persönliche Belastungen vorgegeben waren. Dadurch wurde deutlich, wie stark Emotionen die Kommunikation beeinflussen können.
Die Rolle der Mediatorin hat grundsätzlich gut zu mir gepasst, auch wenn sie herausfordernd war, während mir die Rolle der Stadt weniger entsprach, da ich eine für mich ungewohnte Position vertreten musste. Was ich gut gemacht habe, war das Zuhören und das Herausarbeiten gemeinsamer Sichtweisen.
Mein “Aha-Erlebnis” war, dass Mediation weniger darin besteht, Lösungen vorzuschlagen, sondern einen Raum zu schaffen, in dem beide Seiten selbst Lösungen entwickeln können.
Liebe Tatjana, vielen Dank! Da hattest Du sicher ein ganz wichtiges Aha - Erlebnis. Eines, das hoffentlich auch etwas entspannend wirkt, da du ja wirklich nur den Prozess leiten musst und Fragen stellen darfst. Vielleicht hilft es, wenn Du Dir für die nächste Mediation ein paar Fragen notierst, die man immer stellen kann, um das Verständnis zu fördern, zB, was würde das für Sie ändern? Weshalb ist das wichtig für Sie? etc. Schön, hast Du Dich auf diese schwierige Rolle eingelassen!
AntwortenLöschenLiebe Grüsse, Petra
Hallo Tanja, ich finde man hat ein wenig gemerkt, dass du dich zuerst in der Rolle der Mediatorin zurechtfinden musstest. Das ist aber auch völlig verständlich, da man normalerweise eher auf der anderen Seite ist. Ich finde du hast trotzdem gut versucht Fragen einzubringen.
AntwortenLöschenHoi Tatjana,
AntwortenLöschenIch finde ein Text zeigt gut, wie anspruchsvoll die Rolle der Mediatorin in der Praxis ist. Gerade der Moment, in dem du gemerkt hast, dass du in Richtung Lösungen gehst, fand ich nachvollziehbar – vor allem, wenn die Diskussion Fahrt aufnimmt. Damit hatte ich in meiner Rolle auch Schwierigkeiten.
Spannend fand ich auch dein Wechsel in die Stadt-Rolle unter Stress. Das macht deutlich, wie stark solche Faktoren die Kommunikation prägen und wie schnell sich der Ton verändern kann.
Dass du trotzdem gemeinsame Punkte erkannt hast, wirkt für mich wie eine gute Grundlage. Dort kann man ansetzen, ohne selbst Lösungen vorzugeben.